die gedanken sind frei

September 9, 2010

wie gerne reden wir von der unabhängigkeit der medien, von ausgewogener berichterstattung, und der vierten macht im staate. rupert murdochs zeitung “the australian”, die einzige nationale tageszeitung des kontinents, hält davon weniger. heute stand im editorial:

We believe he (Senator Bob Brown) and his Green colleagues are hypocrites; that they are bad for the nation; and that they should be destroyed at the ballot box.The Greens voted against Mr Rudd’s emissions trading scheme because they wanted a tougher regime, then used the lack of action on climate change to damage Labor at the election. Their flakey economics should have no place in the national debate. We are particularly tired of Greens senator Christine Milne arguing that “green jobs need a real green economy to grow in”. What on earth can she mean?

liebe redakteure des “australian”, was christine milne meint, hat vor über einem jahr bereits die abc erklärt, vielleicht wäre es doch mal ganz gut, ab und an die webseiten der konkurrenz aufzusuchen.

fakt ist, wie “the australian” schreibt, dass die grünen die vorschläge zum emissionshandel (damals unter rudd) zurückgewiesen haben – weil es ihnen a)nicht weit genug ging und b) der industrie zu viele zugeständnisse gemacht wurden.da beschweren sie sich in dem text darüber, dass julia gillard keine visionen hat und im gleichen atemzug kanzeln sie die grünen ab, weil die sich für ihre visionen einsetzen. also meine herren, wie sieht es denn so mit den eigenen visionen aus? so ganz innovativ sind die ja wohl auch nicht:

For years, the RBA (=Reservce Band of Australia), like this newspaper, has argued for a comprehensive approach to addressing the infrastructure shortfalls that threaten to constrain national prosperity. Freeing up the bottlenecks, deregulating the labour market to improve productivity and approaching the mining boom as an opportunity, not a threat: these are the goals that should drive the thinking of the Prime Minister and her Treasurer.(…) We believe tax reform equals lower taxes, but we are not sure Labor agrees now that it has to answer to high-taxing Greens and rent-seeking regional independents.

wer diese ideen als basis hat, darf die wirtschaftspolitik der grünen auch gerne als “flakey”, also exzentrisch, bezeichnen. wie es dann überhaupt die ganze partei ist, mit einem schwulen vorsitzenden, der wegen widerstand gegen die staatsgewalt im knast war und sein wahlkampf mit hilfe von social media führt.

mir ist es total gleich, wer hier was denkt. ich finde es sogar lobenswert, dass sich menschen eine eigene meinung bilden. aber war es nicht irgendwann mal so, dass man die bei einem bier im pub dargelegt hat, oder auch auf dem eigenen blog? seit wann ist eine zeitung eine plattform dafür?  ich kann nur mit dem kopf schütteln. darf man das? darf man das wirklich?

nachtrag: ganz grossartigen kommentar dazu hat marieke hardy hier veröffentlicht und media watch, das programm, dass zum häufig (aber nicht immer) die medienaufsichtsbehörde ersetzt, hat hier die gesamte berichterstattung über die grünen im “the australian” dargelegt. nice!

und es ist ein maedchen!

September 7, 2010

17 tage spaeter gibt es eine regierung in australien-und es ist ein maedchen! 76 fuer labour, 74 fuer die liberalen. wir sassen alle vor einem fernseher in der radiostation, um uns die historische rede (zitat tony windsor) der beiden parteilosen anzuhoeren, die das zuenglein an der waage waren. herzlichen glueckwunsch, australien! da kann man nur die daumen druecken, dass die regierung auch haelt. eine umfrage kam am wochenende zu dem ergebnis, dass immerhin ein viertel der bevoelkerung fuer neuwahlen ist.

konferenz-blablabla

September 2, 2010

gestern war ich in melbourne, der grossen stadt. die swinburne university hat ein konferenz zum thema “new news 2010” veranstaltet. im prinzip hat man in australien dieselben sorgen wie in deutschland – leserschwund, auflagenschwund, anzeigenschwund, geldschwund, qualitaetsschwund – nur auf einem kleineren und staerker konzentrierten markt.

bei den meisten panels war die diskussion zu vorhersehbar: eine idee wie man im internet geld verdienen kann, hat auch hier keiner. deshalb habe ich mir nur ausgewaehlte diskussionen angehoert und jetzt habe ich mehr fragen als antworten. die wichtigste: “kann mal einer die tuer vom huehnerstall zumachen, damit das wilde gackern nicht mehr alles uebertoent?”

ein panel hiess: “leadership in journalism”, aber darum ging es nicht, es war “leadership (government) and journalism”. da sassen also der chefredakteur/in von “the age” und “herald sun”, von “crickey.com.au” und “abc” und philosophierten ueber die rolle der medien in der letzten wahlkampagne. dabei haette man das in einem satz zusammenfassen koennen: die medien waren marionetten der politiker. kaum kritisches hinterfragen, keiner hat mal laut geschrien und diese praxis der kontrolle der medien durch die staatsoberen angeklagt. nein, immer fein mit in den wahltourbus eingestiegen. den ganzen wahnsinn hat annabel crab von der abc sehr schön beschrieben. da erklaert der herr von “the age”, dass leser nur noch sachen lesen, die sich in ihrer “comfortzone”, ihrem wohlfuehlbereich, bewegen – aber hallo, die journalisten bleiben doch auch fein in ihrer “comfortzone”. wo sind denn bitte die inhalte, die den leser herausfordern wuerden? alle waren sich sicher, dass die bedeutung des journalisten nicht schrumpft (das muss man ja auch glauben, wenn man in diesen positionen arbeitet), aber ueber die veraenderte rolle haben sie dann nicht diskutiert. die vierte macht im staat sind medienmacher ja wohl schon lange nicht mehr. kleine ego-bestaetigungs-maschinen fuer ihr publikum, und das zu einem guenstigeren preis als jeder irrenarzt (dieser begriff ist nicht p.c. und umfasst psychologen, psychiater, kinesiologen, heilpraktiker, frisoere, beauty salon angestellte, baeckereifachangestellte, bierzapfer und wo die menschen sonst noch ihr herz ausschuetten.)

am ende der veranstaltung, hab ich mich tatsaechlich gemeldet und auf meinem stuhl gewippt. was ich gerne gefragt haette waere dies:

this panel is called “leadership in journalism”. to lead implies that there is an aim you are heading to. you talked about the internet and new ventures and experiments, but i can’t figure out the overall aim. is it just survival of your company or is there a higher aim behind it? or maybe non at all? in short: is there still leadership in journalism?

natuerlich habe ich das mikro nicht bekommen, sondern die grauen herren mit den hemden und die frauen mit den kostuemen. und die haben minutenlang ihr wissen ausgebreitet, was keinen interessierte, um dann zu fragen: “so, what do you think of that?” – und der diskussikonsleiter hatte natuerlich nicht den mumm zu sagen: “sorry, but this is a public forum and we are not here to discuss your personal opinions. feel free to do that with the panelists over a cup of tea later on.” soviel also zu “leadership”.

5 537 217 : 5 537 348

August 31, 2010

red! blue!

red! blue!

 

10 tage nach der wahl gibt es noch immer kein ergebnis. heute hat adam bandt einen deal mit labour gemacht, was bedeutet 73 menschen im roten team und 73 im blauen  – und vier auf der bank. auch in stimmprozenten herrscht gleichstand, fast zumindest, die liberalen haben 131 stimmen mehr als labour. 131 von rund 11 millionen (soviele sind ausgezaehlt , knapp ueber 80 prozent).  

fifty - fifty

fifty - fifty

 

die politikjournalisten und kommentatoren tun mir leid, seit tagen erzaehlen sie das gleiche, muessen nachrichten aus dem hut zaubern, immer wieder dieselben daten analysieren, interpretieren, im hinblick auf dies und das, rueckblickend abwarten. ich trete fuer diese woche in den nachrichtenstreik.

wir, die am unteren ende

August 25, 2010

waehrend meines auswahlgespraechs bei der studienstiftung wurde ich gefragt, warum in zwanzig seiten bewerbungsunterlagen, mein sohn nur an zwei stellen auftauche. das gleiche koennte man fragen, nachdem man die eintraege dieses blogs gelesen hat. ich antworte mit einer gegenfrage: steht meine arbeit mit meiner rolle als mutter in zusammenhang? natuerlich wuerde ich das vehement verneinen. indes: heute ist mein sohn krank, liegt in meinem bett, schwitzt vor sich hin und jammert, wenn er wach ist. an arbeit ist nicht zu denken, denn babysitter (ausserhalb der kernfamilie) sind unbezahlbar. aus reiner neugierde habe ich den nannyservice aus dem telefonbuch angerufen und gefragt, wie hoch der satz ist: je nach ausbildung, anfahrt und schulung von 80 dollar aufwaerts. na danke!

erst vor ein paar tagen gab es mal wieder einen text ueber uns arme alleinerziehende. den gibt es ja jedes jahr mal und mein gott, was wuensche ich mir grade alleinerziehend in deutschland zu sein. da ist der babysitter jedenfalls erschwinglich, weil es das nachbarskind von oben macht, dass sich fuer arbeitsgesundheitsauflagen und haftpflichtversicherung nicht interessiert.

natuerlich fuehre ich mich selbst hinters licht, wenn ich behaupte, mutter sein und journalistin sein beeinflusse sich nicht. ich würde zum beispiel nur äußerst ungerne über erziehungs-hick-hack schreiben. ich finde man kann das recht schnell zusammenfassen: einer sagt a, der andere sagt b. und am ende macht jeder was er will.

mein freundliches anhaengsel beeinflusst auch meinen aktionsradius. denn seien wir mal ehrlich: alleinerziehende ziehen ihre kinder nicht wirklich alleine gross. das waere ja wahnsinn! da gibt es den kumpel, der mit dem kleinen fussball spielen geht, und die freundin, die ihn mit ins kino nimmt, und der onkel, mit dem er fischen gehen kann, und die oma, die ihn mit suessigkeiten vollstopft. da gibt es jede menge leute – und ohne die waere das leben nicht machbar. das heisst, ich kann nur dahin gehen, wo genuegend freunde sind. deshalb sitze ich nun in australien (weil ich hier schon mal gelebt habe und ganz viele fleissige helferlein habe), anstatt mich in amerika mit der richtigen weltpolitik zu befassen. in australien steht die welt still. genauso wie in buxtehude und all den anderen käffern – nur, dass hier der strand vor der tuer liegt und delfine auf den wellenreiten. es lebt sich doch viel besser in armut, wenn das drumherum jedenfalls was her macht.

ohnehin möchte ich keine fuenf tage die woche arbeiten gehen, selbst wenn es mich unglaublich reich machen wuerde. vier tage, und keine minute mehr. vier tage arbeit, zwei tage fuer das kind, und einen tag egoist. so wuerde es gehen, so muesste es sein, um dem zur-maschine-werden vorzubeugen. denn wenn man erstmal zur maschine mutiert ist, dann nuetzt einem auch all das geld nuescht. aber wo gibt es so einen job ? deshalb gehe ich der (leicht sadistischen) freien arbeit nach: australien? viel zu weit weg vom geschehen… australien? wenn dann bitte was mit dem great barrier reef und aborigines, am besten beides in einer geschichte… australien? gehört immer noch zu england, oder?

frei arbeiten heisst naemlich auch frei nicht-arbeiten. letzte woche haben mein sohn und ich gemeinsam geschwaenzt. er die schule, ich meine pflicht. wir sind an den strand gefahren, ich habe meinen gedanken beim verrueckt werden zugehoert, er hat versucht vor den wellen wegzurennen, dann haben wir eine sandburg gebaut und als das meer begann, sie anzunagen, haben wir sie kaputt gemacht. sind mittenrein gesprungen in die welt, die wir zuvor erschaffen hatten. das leben hat keinen sinn, da kann man jedenfalls noch spass haben, egal an welchem ende der leiter.

haengepartie

August 21, 2010

australien hat gewaehlt und nichts ist klar. dieses jahr wird sicher beruehmt fuer den langweiligsten wahlkampf, der nie aufhoeren wollte. keine der parteien konnte eine mehrheit im repraesentantenhaus erringen. 150 mandate wurden verlost, 76 ist die magische zahl, und es steht 72:72. und eines fuer die gruenen*, ein paar parteilose und eine hanvoll sitze, bei denen noch alles moeglich ist. in boothby, einem wahlbezirk in meiner naehe, liegt der kandidat der liberalen mit 800stimmen in fuehrung, es muessen aber noch 8000briefwahlstimmen ausgezaehlt werden.
ich hatte mit meinem vermieter gewettet, wie die wahl ausgehen wird. er sah labour knapp in fuehrung, ich hatte auf eine haengepartie gesetzt – und gewonnen.
im grunde genommen aber, gibt es keine gewinner. gillard und abbott werden weiter reden schwingen, um die parteilosen auf ihre seite zu ziehen, um dann eine minderheitenregierung zu bilden.
inwiefern laesst sich eine minderheitenregierung eigentlich noch mit der demokratie vereinbaren? (da aergere ich mich mal kurz, dass ich geographie und nicht politik studiert habe, andererseits habe ich noch viel bessere sachen, ueber die ich mich aergern kann, meinen laptop zum beispiel, der keine lust mehr auf sonntaegliches arbeiten hat, und gegen fruehen nachmittag in den streik getreten ist, weshalb ich diese zeilen auf meinem telefon schreibe – meine persoenliche haengepartie sozusagen)
und da ich bei dieser frage nicht weiter komme und mein lieblingsspielzeug kaputt ist, werde ich jetzt einfach frueh schlafen gehen, um all das zu verdraengen. morgen frueh, wenn ich meinen vermieter in der kueche treffen werde, beim fruehstueck, im radio wird einer der experten erklaeren, das rennen sei noch nicht zu ende und xy treffe grade kj und hat gf versprochen, dann werde ich zu meinem vermieter sagen: “mate, lass den kopf nicht haengen.”

*gestern erzaehlte mir einer petra, von den gruenen, sei bekannt wie ein bunter hund in australien, wegen ihre aktionen damals in den 80ern. und ich: “aber die frau bei den gruenen heisst doch claudia, claudia roth” und er:”nein, petra, petra roth” und ich:”nein, petra roth ist es auf jeden fall nicht.” heute mittag erhalte ich eine sms “petra kelly was her name, i m sad to find out she is dead” – dabei starb sie schon anfang der 1990er.

entdeckungen

August 19, 2010

wahltag

wahltag

 

uebermorgen sind wahlen – und mein gott bin ich froh, wenn sie vorueber sind und man endlich etwas anderes hoert und liest; und ich auch etwas anderes produzieren darf. ich hatte mich ganz gut darum herumgedrueckt, denn die ersten augustwochen habe ich beim australischen pendant des “informationsdienst wissenschaft” verbracht. doch diese woche musste ich dann doch raus auf die strasse. in suedaustralien gibt es zwei sitze, die am wackeln sind. einer davon ist sturt, wo der liberale schatten-bildunsgminister christopher pyne regiert. noch jedenfalls, denn die letzte wahl 2007 hat er nur mit 0.9 prozent vorsprung gewonnen. meine kollegin alice mckinnon und ich haben uns dort mal umgehoert. 

aber ich sehne mich seit geraumer zeit nach neuem input, und waehrend ich in dieser mission im netz unterwegs war, bin ich ueber alte sachen gestolpert. ich habe grade entdeckt, dass einige meiner stories aus dem radio transkribiert worden sind. auf nachfrage wurde mir mitgeteilt, dass es sich bei der seite um eine not-for-profit seite handelt, die irgendeinen deal mit “the wire” , dem current affairs programm von radio adelaide, hat. immer schoen, so etwas erst im nachhinein zu erfahren. aber anscheinend geht es allen freelancern aehnlich. sehr beruhigend, zugleich aber unglaublich desillusionierend und auch etwas traurig, aber voller humor geschrieben, ist der bericht von richard morgan ueber seine sieben jahre freie arbeit. zum heulen wahr ist die zweite seite. 

danach musste ich erst recht weiter im netz surfen anstatt auch nur an irgendeinen job zu denken. dabei bin ich ueber die neuigkeit gestolpert, dass der englische “guardian” jetzt eine wahlversprechen-verfolgungs-application (oder schoen kurz in englisch> pledge-tracker) gestartet hat. na, das ist doch mal toll. hoffentlich importieren das die australischen medienorganisationen, dann koennten sie aufhoeren, waehrend des wahlkampfes das beschuldungsspiel (a.k.a. er war’s – sie war’s) zu spielen, denn jeder koennte nachschauen, welche versprechen die regierung nun erfuellt hat und welche nicht. die politiker faenden das sicher auch toll, denn ich glaube ja, dass sie vor lauter gerede auch ab und an ihre ziele aus den augen verlieren.

psst….

August 13, 2010

...psst...

...psst...

 

heute kam jemand in unser buero, der mehr wusste als alle anderen. eine netzwerkerin der ganz grossen sorte, pensionierte wissenschaftlerin, die ihre nase ueberall rein steckt, im netten sinn. politisch und wirtschaftlich unabhaengig, ohne agenda, ausser ihrer persoenlichen. 

jetzt weiss ich ganz viele sachen, die in den naechsten wochen passieren werden, aber ich darf es keinem sagen. mein kopf platzt vor ideen. ich platze vor freude. 

ist das nicht das schoene an diesem job? es ist wie frueher, als man noch klein war, und mit jedem geheimnisse geteilt hat. hinter vorgehaltener hand ins ohr gefluestert und dann gemeinsam gegiggelt. 

zugegeben, es macht nur mit manchen leuten spass, geheimnisse zu teilen. in so manche sache, hat man keine lust reingezogen zu werden. und auf so manchen verbuendeten, der einem unter vier augen, nur unter uns, etwas anvertraut, kann man gerne verzichten. 

aber: diese netzwerkerin konnte mit wenigen worte einem die augen oeffnen. 

psst… haste gehoert… nee… aha! aaaaaha! jetzt versteh ich endlich, warum…

die deutsche praezision

July 30, 2010

heute morgen kam einer meiner volunteers zu mir und erklaerte mir, er habe in “grand design” – einer show ueber haeusle bauen – gesehen, wie die deutschen arbeiten. da hat jemand ein fertighaus bestellt, in deutschland; zu liefern ins koenigreich. es wurde produziert nach zahlungseingang, war puenktlich in england, puenktlich aufgebaut und alles hat genau gepasst! er war vollkommen hin und weg. “und die handwerker hatten auch alle ihre werkzeuge beisammen, alles geordnet”, sagt er.

na bravo!

und was war sein fazit: “pia, i can now understand why you are the way you are.”  und ich: “what do you mean? how am i?” und er: “ehh…well, you know, sort of german.”

der wahlkampf hat begonnen und wie immer ist er nicht schoen. die reden – eine aneinanderreihung leerer phrasen. die laecheln – mit sekundenkleber aufs gesicht gepappt. die politik – zum totlachen.
heute hat die opposition (bestehend aus den liberalen und den nationalen, gemeinsam meist als “coalition” bezeichnet) ein paar details ihres erziehunsurlaubsentwurfs bekannt gegeben. vor ein paar monaten, als labour sich auch drei monate bezahlten erziehungsurlaub festlegte, toente die coalition mit ihr am ruder gaebe es 6 monate. aber seit heute weiss man, dass es diese nur fuer frauen gibt . da sieht man sofort, wie die coalition zur emanzipation steht: frauen an den herd, maenner zurueck an die maschinen. ich hoffe ja, dass viele maenner, deren frauen mehr als sie verdienen, diese angebot der coalition annehmen!
vielleicht sollte ich an dieser stelle auch noch anmerken, dass tony abbott und seine crew nicht sonderlich beliebt sind bei den weiblichen waehlern – weshalb sie jetzt versuchen mit familienwerten zu trumphen (siehe oben) und tony seine, gottgebene und gesegnete, frau mit zum wahlkampf schleift, waehrend frau gillard ihren tim fein zu hause laesst – zu recht, denn nett laecheln kann sie ja auch ohne hilfe.
was haben wir also zusammengefasst: wenn abbott die wahl gewinnt und gillard dann doch ihren (dann erwiesenermassen landesweit akzeptierten) weg einschlaegt und ihren tim heiratet und die beiden eltern werden, und tim dann nach dem kleinen schreihals schaut, waehrend sie wieder im parlament sitzt, bekommt der frisoer das gehalt der parlamentarierin!
gillard kann also nur gewinnen.