verleumdung und ueble nachrede

June 7, 2010

the clayton regulator by mundoo

the clayton regulator by mundoo

das australische mediensystem funktioniert anders. nicht nur, dass man staendig in erster person singular aka “ich”-form schreiben und reden muss, sondern auch, dass ich als journalistin eine gesetzeslose bin.

es gibt kein aussageverweigerungsrecht fuer journalisten und ebensowenig gibt es ein recht auf information seitens der regierungsstellen. das stimmt nicht ganz, denn das recht gibt es schon, aber fuer jeden buerger, so dass die bearbeitung von antraegen (schriftlich und gegen gebuehr) so lange dauert, dass die geschichte laengst vorbei ist. kurzum: jeder kann journalist werden/sein. und diejenigen, die nicht wollen, dass ueber sie berichtet wird, verklagen die journalisten auf verleumdung.

ich recherchiere grade ueber den innerstaatlichen wasserkrieg, der auf dem kontinent herrscht: der einst wasserreichste fluss australiens ist mittlerweile an seiner muendung nur noch ein rinnsal. waeren da nicht all die daemme und wehre, dann waere das salzwasser schon den fluss hinaufgewandert (was es frueher ohenhin tat). das letzte wehr, das gebaut wurde, heisst schon nicht mehr wehr, sondern “regulator”. warum heissen die dinge alle unterschiedlich, wollte ich wissen. warum “barrages”, “weirs” und nun auch noch ein “regulator”? der “regulator” heisse so, damit man nicht sofort auf die idee kommt, dass er nichts anderes als ein “weir” oder “dam” ist, sagen die leute. er sei nur eine temporaere einrichtung – dafuer, dass er nur zeitlich begrenzt seine funktion erfuellen soll, war er a) ganz schoen teuer und b)sieht er ganz schoen stabil aus. der sinn des regulators: er soll den wasserstand in einem kleinen teil der flussmuendung heben – aber wieso nur in diesem kleinen teil? man munkelt, dass es mit dem luxus entwicklunsgprojekt, der marina hindmarsh island, zusammenhaengt. es soll ein kleines paradies entstehen, ein spielplatz der high-society mit sandstrand und hafen. doch der potentielle luxus braucht wasser, sonst liegen die yachten auf dem trockenen und am feinen strand stinkt es nach faeulnis.

doch man munkelt nur, denn fast jeder, der die “marina hindmarsh island” je in zusammenhang mit besonders teuren bauprojekten, wie der hindmarsh island bruecke, oder nun dem clayton regulator, gebracht hat, hatte eine verleumdungsklage im nacken, angefangen vom buergerjournalisten mit seinem flyer bis zu redakteur der nationalen tageszeitung “the australian”. das kann man ausfuehrlich hier nachlesen, oder auch hier. dabei geht es gar nicht darum, den fall zu gewinnen. es geht darum, dass die leute aufhoeren zu reden.

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